Home Staging und Renovierung lösen verschiedene Probleme. Home Staging hilft, wenn eine Immobilie in Ordnung ist, aber leer, vollgestellt oder schwer vorstellbar wirkt. Eine Renovierung hilft, wenn tatsächlich etwas kaputt, abgenutzt oder veraltet ist. Wer Mängel mit Möbeln kaschiert, verliert spätestens bei der zweiten Besichtigung, und wer eine intakte, aber leere Wohnung aufwendig renoviert, gibt oft mehr aus als nötig.
Was Home Staging tatsächlich verändert
Beim Home Staging wird nichts gebaut. Räume werden aufgeräumt, neutralisiert und mit Möbeln, Textilien und Licht so ausgestattet, dass Größe und Nutzung erkennbar werden. Das zielt vor allem auf die Fotos, denn dort entscheidet sich, wer überhaupt zur Besichtigung kommt. Eine leere Wohnung wirkt auf Bildern häufig kleiner und kälter, als sie ist. Ein Zimmer mit Dachschräge, ein schmales Wohnzimmer oder ein gefangener Raum lassen sich ohne Möbel schwer einschätzen.
Man unterscheidet grob zwei Fälle. Bei einer leeren Immobilie bringt ein Anbieter Möbel und Dekoration für die Dauer der Vermarktung. Bei einer bewohnten Immobilie geht es eher um Reduzieren und Umstellen, ergänzt durch einzelne Leihstücke.
Wovon die Kosten abhängen
Feste Preise gibt es nicht. Die Kosten ergeben sich aus einigen Faktoren:
- Wie viele Räume eingerichtet werden. Häufig reicht es, Wohnzimmer, Küche und ein Schlafzimmer zu stagen.
- Leer oder bewohnt: Eine leere Immobilie braucht deutlich mehr Material.
- Mietdauer der Möbel. Zieht sich der Verkauf, steigen die Kosten mit jedem Monat.
- Aufwand für Transport, Auf- und Abbau sowie Reinigung.
- Ob zusätzlich kleinere Arbeiten übernommen werden, etwa Streichen.
Fragen Sie vor der Beauftragung, was nach Ablauf der vereinbarten Mietzeit passiert, wer haftet, wenn bei Besichtigungen etwas beschädigt wird, und ob die Fotos gleich mit vereinbart sind.
Virtual Staging als Alternative
Statt echter Möbel werden die Fotos digital eingerichtet. Das ist meist günstiger und schneller, hilft aber nur online. Bei der Besichtigung steht der Interessent im leeren Raum. Virtuell eingerichtete Bilder sollten Sie deshalb immer kennzeichnen und mindestens ein unbearbeitetes Foto des Raumes zeigen. Wer Wände, Böden oder Fenster digital „verbessert“, beschreibt die Immobilie falsch, und das kann später rechtlich und beim Vertrauen Folgen haben.
Wann eine Renovierung die bessere Wahl ist
Möbel verbergen keinen Schimmel, keinen gesprungenen Fliesenboden und keine vergilbten Fenster. Wer solche Mängel überdeckt, riskiert nicht nur enttäuschte Interessenten, sondern bei verschwiegenen Mängeln auch die Haftung (§ 444 BGB). In diesen Fällen sind ein paar Handwerkerstunden sinnvoller als ein Sofa.
Eine einfache Abgrenzung:
| Situation | Eher Home Staging | Eher Reparatur oder Renovierung |
|---|---|---|
| Immobilie leer, Zustand gut | ja | nein |
| Stark individuelle Einrichtung der Bewohner | Reduzieren, neutralisieren | selten |
| Abgenutzte Wände, Gebrauchsspuren | nach dem Streichen | Wände streichen |
| Sichtbare Schäden (Feuchte, Risse, Defekte) | nein | Ursache klären, beheben oder offenlegen |
| Grundriss schwer vorstellbar | ja | nein |
Häufig ist die beste Lösung eine Kombination: erst Kleinreparaturen und neutrale Wandfarbe, dann wenige, gezielt gestellte Möbel. Welche Arbeiten vor einem Verkauf generell sinnvoll sind, steht unter Haus vor dem Verkauf renovieren.
Auch bei Vermietung?
Bei einer Neuvermietung ist Home Staging selten nötig. Mietinteressenten achten stärker auf Lage, Zuschnitt und Ausstattung. Lohnend ist hier eher, Bad und Küche in einen ordentlichen Zustand zu bringen; dazu mehr unter Badsanierung in der Mietwohnung. Eine Ausnahme sind möblierte Angebote, bei denen die Einrichtung ohnehin Teil der Leistung ist.
Woran Sie einen guten Anbieter erkennen
Lassen Sie sich Vorher-nachher-Beispiele aus ähnlichen Objekten zeigen, nicht nur aus Luxusimmobilien. Ein gutes Konzept orientiert sich an der Zielgruppe: Eine Familienwohnung braucht ein erkennbares Kinderzimmer, eine Altbauwohnung eher Ruhe als Möbelfülle. Und es sollte schriftlich festgehalten sein, welche Räume eingerichtet werden, wie lange und zu welchem Preis bei Verlängerung.